Freitag, 29. September 2017

Gelesen: Die Schlange von Essex von Sarah Perry



Die Schlange von Essex, Sarah Perry
Eichborn, 487 Seiten

Klappentext

London im Jahr 1893. Nach dem Tod ihres Mannes verlässt Cora Seaborne die Hauptstadt und reist gemeinsam mit ihrem Sohn Francis in den Küstenort Aldwinter. Als Naturwissenschaftlerin und Anhängerin der provokanten Thesen Charles Darwins gerät sie dort mit dem Pfarrer William Ransome aneinander. Beide sind in rein gar nichts einer Meinung, beide fühlen sich unaufhaltsam zum anderen hingezogen.

Meine Meinung

Danke an Bastei Lübbe, dass ich dieses Buch haben durfte :-)
Als ich den Klappentext las war ich sofort begeistert, liebe ich doch seit der Schulzeit Shakespears "The taming of a Shrew", Der Widerspenstigen Zähmung.
Und auch sonst Bücher in denen die Helding und der Held sich ordentlich fetzen, am besten auf eine hurmorvolle, sarkastische Art.
Daher war nach dem Klappentext schnell klar, "Die Schlange von Essex" musste ich lesen, auch wenn ich mich außer bei Ken Follett, selten an historische Romane wage.
Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich das Buch dann wirklich in Händen halten durfte.

Leider, leider kam die Ernüchterung für mich dann ziemlich schnell, handelt es sich bei "Die Schlange von Essex" doch nicht um den vorn mir erwarteten humorvollen historischen Roman, sondern wirklich um Literatur.
Die ersten Seiten waren für mich, die ich seit Abschluss des Abiturs im Jahr 1991 eigentlich nur noch "leichte Kost" lese, sehr schwer zu verdauen. Ich schwankte zwischen Abbrechen und einem anderen Blogger geben und mich durchzubeißen und habe mich für Letzteres entschieden. 
Mit den Seiten wurde es dann auch einfacher für mich, doch die erwartete Lektüre habe ich mit Die Schlange von Essex leider nicht erhalten.
Cora Seaborne geht nach dem Tod ihres Mannes nach Essex und lernt den Pfarrer Will Ransome und dessen Frau Stella kennen. Im Örtchen Aldwinter geht seit Jahren die Legende der Schlange von Essex herum, einem riesigen Monster aus der See, die, wie es in früheren Zeiten oftmals war, für alles verantwortlich gemacht wird, was im Örtchen passiert.
In meinen Augen ist das nicht viel. Ich kann jetzt natürlich leider auch nicht schreiben was ich alles mitgenommen habe, denn das würde zu sehr spoilern.
Allerdings muss ich sagen, dass es diese von mir heiß ersehnte Auseinandersetzung zwischen Cora und Will, leider nicht gibt :-( 
Und ich muss es zugeben, ich habe die Handlung, den Sinn und Zweck der Geschichte, leider nicht verstanden. Ich habe gelesen was passiert oder nicht passiert, aber den Sinn darin nicht gefunden :-(
Allerdings denke ich, es lag an mir. Vielleicht war ich nicht frei genug für die Geschichte, da ich ganz etwas anderes erwartet und mich darauf gefreut hatte. Das mag sein.
Jedenfalls gibt der Klappentext die Geschichte für mich leider nicht wieder. Und ich bleibe beim Mainstream.

Da ich die Geschichte zwar gelesen, aber nicht "verstanden" habe, kann ich natürlich keine Rezension im eigentlichen Sinne schreiben oder gar eine Punktebewertung vergeben. Das wäre unfair und das bin ich nicht. Das Buch wird nicht umsonst den Britischen Buchpreis für den besten Roman des Jahres 2017 erhalten haben!
Es wird Menschen geben, die Affiner sind als ich. Das Wort "Intelligenter" nutze ich bewusst nicht, da ich nicht weiß woran es lag, dass ich die Geschichte nicht verstehen und interpretieren konnte. Die Handlung für mich keinen klaren Sinn ergab, außer einem eher oberflächlichen. Ich vermute jedoch mehr dahinter. Aber ich habe mal wieder Interessen ausgelotet und dafür bin ich Sarah Perry dankbar :-)



Sonntag, 24. September 2017

Herbstzauber in Briar Creek von Olivia Miles



Herbstzauber in Briar Creek, Olivia Miles
Lyx, 367 Seiten

Klappentext

Jane kann es nicht fassen: Schlimm genug, dass ihr Exmann die Frau heiraten will, die Grund für ihre Scheidung war, nun erwarten die beiden auch noch ein Kind! Janes Welt steht endgültig Kopf, als sie plötzlich Henry Birch gegenübersteht und spürt, dass er ihr Herz nach all den Jahren immer noch zum Rasen bringt. Doch Henry ist der beste Freund ihres Exmanns. Kann es Jane wirklich wagen, auf ihr Herz zu hören?

Meine Meinung

Ich mag den Schreibstil von Olivia Miles sehr gerne und da gerade auch bei uns der Herbst Einzug hält, kam diese Lektüre gerade passend.
Im dritten band der Reihe aus der Kleinstadt Briar Creek in Vermont, geht es um Jane, die dritte Schwester im Bunde, die gerade die bittere Trennung von ihrem Mann Adam durchlebt hat, der wir ja auch bereits seit Band 1 folgen dürfen.
Das Adam die Ehe der beiden nicht sehr ernst genommen hat, das war bislang immer zu merken, aber jetzt kommt es für Jane ganz dicke. Nicht nur, dass er seine neue Freundin Kristy heiraten will, die beiden bekommen auch noch ein gemeinsames Kind!

Jane kann einem auch in diesem Band zunächst einfach nur leid tun. Nicht nur, dass ihr Traum des glücklichen Familienlebens platzt und sie lernen muss auf eigenen Füßen zu stehen, nein, jetzt scheint ihr verlogener Exmann auch noch alles zu bekommen was sie immer haben wollte.
Und dann erscheint Henry Birch wieder in Briar Creek, ein langjähriger Freund, aber eben auch der beste Freund von Adam, den es seit der Hochzeit der beiden nicht mehr in seinen Heimatort verschlagen hat. Henry ist Reiseautor und kommt in der ganzen Welt rum. Dazu hatte er einen guten Grund, seiner Vergangenheit den Rücken zu kehren, war seine kürzlich verstorbene Mutter doch die Alkoholikerin des kleinen Städtchens und damit Stadtgespräch in Briar Creek.
Schon immer mochte Henry Jane sehr gerne und am liebsten hätte er damals deren Hochzeit verhindert, dies jedoch gelassen. Jetzt schwankt er zwischen seinen Gefühlen für Jane und der Loyalität gegenüber seinem besten Freund Adam und dessen Familie, da die Mutter seines Freundes ihn und seine Schwester Ivy häufig vor deren Mutter beschützt hatte und den Zwillingen immer eine Zuflucht geboten.

Jane und ihre Tochter Sophie mochte ich schon seit dem ersten besuch in Briar Creek. Auch in diesem Band wurde sie mir noch sympathischer, konnte ich als alleinerziehende Mutter doch in gewisser Weise mit ihr mitfühlen. Und auch diesmal zeigt ihr Exmann sich wieder von seiner besten Seite.
Auch Henry ist ein Charakter den man mögen muss, hat doch auch er in seiner Kindheit viel erlebt und seinen eigenen kleinen Kampf mit dem Heimatort auszufechten. Schon seit Jahren hegt er Gefühle für Jane, traut diesen jedoch nicht.

Olivia Miles schafft es erneut mich in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen. Das Städtchen Briar Creek macht Lust auf mehr und lässt mich wünschen selber in ihm zu leben und auch die Bewohner des Ortes werden freundlich gezeichnet. Habe ich nicht erwähnt, dass ich schon seit Jahren auf die Gilmore Girls stehe? Und so stelle ich mir Briar Creek genau so schön und heimelig vor wie Stars Hollow.
Ihre Geschichten haben in meinen Augen mehr Substanz als z.B. die Lost in Love Reihe von Marie Force in der vergleichsweise weniger passiert und sind nicht so schrecklich patriotisch wie die Virgin River Reihe von Robyn Carr.
Beide Reihen liebe ich, aber die Briar Creek Reihe hat einen besonderen Platz in meinem Kleinstadtherzen eingenommen und ist mittlerweile mein Favorit.

Für gewohnt sehr gute Unterhaltung gebe ich volle Punktzahl, 5/5




Montag, 4. September 2017

Sommerzauber wider Willen von Sarah Morgan



Sommerzauber wider Willen, Sarah Morgan,
Mira Taschenbuch, 353 Seiten

Klappentext

Stippvisite in Snow Crystal? Lieber würde Sean O’Neil sich freiwillig selbst den Blinddarm rausnehmen! Keine zehn Pferde bringen den ehrgeizigen Chirurgen normalerweise in die Einöde in den Bergen. Doch wegen eines Notfalls hat er zugestimmt, im Hotel seiner Familie mit anzupacken. Dort erwarten ihn jede Menge Erinnerungen … und die französische Küchenchefin Élise Philippe. Ihre Lippen sind noch immer so süß und zart wie Mousse au Chocolat. Aber das heißt nicht, dass sich wiederholen wird, was letzten Sommer zwischen ihnen war. Denn eines will Sean auf keinen Fall: sich einfangen lassen und in der Wildnis versauern. Auch wenn Élises Küsse noch so verführerisch nach Crème Brulée schmecken.

Meine Meinung

Den ersten Band der Trilogie um das Bergdörfchen Snow Crystal in Vermont, habe ich vor einigen Jahren gelesen und dann, aus welchem Grund auch immer, erst mal nicht mit der Reihe weitergemacht.
Jetzt, da ich diese Form der Liebesromane wieder für mich entdeckt habe, lese ich natürlich auch wieder die Bücher von Sarah Morgan und kam sehr schnell wieder in die Handlung herein.
Ging es im ersten Band um Seans Zwillingsbruder Jackson, der das Hotel seiner Familie vor dem Ruin retten sollte, ist diesmal der Arzt Sean dran, der seit Jahren nur für seine Karriere als Orthopädischer Chirurg lebt und nicht mehr viel für seinen Heimatort in den Bergen übrig hat. Er hat sich ein gutes Leben aufgebaut in dem die Arbeit dominiert und so kommt er selten nach Hause in den Schoß der Familie.
Anders Elise, die, aus dem fernen Paris kommend, in Snow Crystal und in der Familie ein neues Zuhause gefunden hat. Sie arbeitet als Köchin im Restaurant des Resorts.
Als Großvater Walter mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus kommt, muss Sean notgedrungen nach Hause kommen und sieht hier Elise wieder, mit der er im Jahr zuvor eine leidenschaftliche Nacht verbrachte.
Beide sind sich einig gewesen, Beziehungen wollen sie in ihrem Leben nicht haben, aus dem einen oder anderen Grund. Daher war auch von Anfang an klar, dass es bei dieser einen Nacht bleiben sollte.
Schnell merken die beiden jedoch, dass die Anziehungskraft vom Vorjahr immer noch zwischen ihnen ist.

Sean ist ein sympathischer Workaholic. Er genießt Frauen, ist jedoch immer ehrlich zu ihnen und geht offen damit um, dass die Arbeit für ihn an erster Stelle steht und er keine Beziehung haben möchte.
Anders Elise, die aufgrund einer schlechten Erfahrung in der Vergangenheit aus Paris geflüchtet ist und der Beziehungswelt abgeschworen hat. Ein One-Night-Stand gerne, aber bitte keine Gefühle. Auch wenn die Anziehungskraft zwischen ihnen auf Gegenseitigkeit beruht.
Beide müssen zunächst mit den Schatten der Vergangenheit abschließen - Sean mit der Tatsache weshalb er seiner Familie den Rücken gekehrt hat und Elise mit einer zerstörerischen Liebe, um vielleicht zusammenfinden zu können, auch wenn sie das natürlich gar nicht wollen.

Mit Sean bin ich schnell warm geworden, er ist sympathisch, ehrlich und zielstrebig, ganz so wie ich es an einem Menschen mag.
Anders so bei Elise, die ich als sehr unterschwellig-zickig empfand und teilweise den Grund für ihre Haltung erst suchen musste. Denn auch wenn sie sehr loyal gegenüber der Familie und den Menschen ist die sie liebt, eine Eigenschaft die ich auch sehr mag, blieb sie mir verschlossen. Ich mochte sie als Person leider nicht wirklich, was sehr schade ist.
Diese Tatsache verleidete mir dann leider auch ein wenig die Geschichte, da außer der Beziehung der beiden nicht wirklich viel passiert. Es geht zwar auch um die Probleme zwischen Sean und seinem Großvater, doch nimmt 80 % des Buches sicher das Geschehen zwischen Elise und Sean ein, welche hauptsächlich reden.
Wer also eine spannende Handlung erwartet der ist, wie bei den meisten Romanen in diesem Genre, fehl am Platz. Doch auch das wirklich große Drama zwischen unseren Protagonisten gibt es nicht.

Jetzt bin ich gespannt auf den letzten Band über Tyler und Brenna, über welche bereits in den ersten beiden Bänden geschrieben wurde, wie verliebt Brenna seit ewigen Zeiten in Tyler ist. Dieses Buch hebe ich mir jedoch für meinen Weihnachtssub auf, mit dessen "Abarbeitung" ich im November beginnen werde um so richtig in Winter- und Weihnachtsstimmung zu kommen :-)

Sommerzauber wider Willen kann ich leider nur 2,5 von 5 Punkten geben, da die Geschichte für mich ganz schrecklich vor sich hin plätscherte und mich nicht mitreißen konnte und ich zudem die Hauptprotagonistin nicht wirklich mochte.
Schade, da ich den Schreibstil von Sarah Morgan eigentlich mag.

Samstag, 2. September 2017

Let´s talk about Hygge

HYGGE, lange war das Wort in aller Munde. Ein Däne namens Meik Wiking hatte ein Buch darüber geschrieben, weshalb die Dänen glücklicher sind als alle anderen Menschen in Europa. Einige Booktuber hatten das entsprechende Buch in die Kamera gehalten und jetzt, wo es langsam wieder Winter wird, wollte auch ich einmal wissen, was dieser Meik Wiking da so weltveränderndes herausgefunden hat, wie wir glücklicher werden können, more hyggeligt.

Ich habe mir die englische Ausgabe des Buches gekauft, nämlich


und war schon ziemlich geflasht von der Aufmachung, das muss ich zugeben. Ein wirklich schönes Buch, dass ich mir tatsächlich mit der Front nach vorne ins Regal gestellt habe.

Gelesen waren die 285 Seiten dann allerdings sehr schnell, den schnell habe ich festgestellt, dass ich sehr wohl bereits seit Jahren weiß, was Hygge ist. Wissen, ja, aber eben nicht umsetzen! Das ist der Unterschied.
Hygge ist Gemütlichkeit.
Das richtige Licht ist hyggeligt.
Kerzen sind hyggeligt.
Eine gemütliches Zuhause mit Decke, Kissen und Kuschelecken ist hyggeligt.
Eine gute Zeit mit Freunden verbringen ist hyggeligt.
Gutes Essen, vor allen Dingen in Kuchenform mit ganz viel Zucker, ist hygge-hyggeligt.

Wissen wir das denn alles nicht? Spätestens nachdem wir uns an einem ungemütlichen Winterabend in unsere Couch gekuschelt haben und eine Serie durchgesuchtet oder ein Buch gelesen (schließlich sind wir deswegen ja hier, wir sind Bücherwürmer).
Bücher sind übrigens auch hyggeligt!!!! Wir haben also das perfekte Zuhause wenn mindestens ein Bücherregal in ihm steht. Na ja, zumindest einen bedeutenden Teil der zu einem gemütlichen Zuhause gehören kann.

Ich habe nichts neues gelernt, aber ich habe mich wohlgefühlt. Ich habe mir in Erinnerung gerufen, dass ich sehr wohl weiß, was ein Leben ist in dem Hygge eine große Rolle spielt. Ich habe lediglich andere Prioritäten gesetzt (von großen Reisen geträumt, von Luxusgegenständen die ich mir nicht leisten kann) und dem hinterhergetrauert, was ich nicht haben kann. Zumindest nicht die nächsten Jahre und nicht ohne aktiver zu werden.
The Best Things in Life are free. 
Ich denke das stimmt bedingt. Sich Zuhause einzukuscheln kostet nicht viel. Viel Zeit im Freien zu verbringen auch nicht. Man muss nicht groß auffahren, um sich alleine und mit anderen wohl zu fühlen. Ein einfacher Spaziergang im Wald kann so befreiend sein, eine Geschichte vom Flohmarkt das eigene Leben bereichern. Nachhaltig. Wir müssen es nur sehen. Wir müssen es zulassen!

Auch ich bin heute wieder dem Konsumwahn verfallen und mit meiner Tochter durch die Geschäfte in Köln gerannt. Notwendigkeiten und ein paar Nettigkeiten sind in die Tüten gewandert. Mal wieder. Manchmal einfach zu oft. Viele Dinge brauchen wir gar nicht.
Für mich war diesmal nicht wirklich etwas dabei, aber ich habe mir einen Kuschelschlafanzug gekauft. Wirklich extrem flauschig und mit einem Einhorn :-)
Und mit diesem sitze ich jetzt hier am Laptop und schaue nebenbei Nashville. Neben mir steht eine Tasse mit leckerem Chai Latte Vanille-Zimt (meine Obsession, ich sag es Euch) und in der Ecke flackern zwei Duftlampen mit Yankee Candle Tarts. Ich sitze auf unserer Kuschelcouch mit Decken und Kissen. Draussen wird es gerade dunkel und es ist nebelig.
Der Inbegriff von Hygge. Und ich liebe es.
Leider gönne ich mir diese Momente einfach viel zu selten.
Vielleicht sollten wir es öfter machen wie die Dänen. Besonders die Tatsache, dass Eltern um 16 Uhr von der Arbeit abhauen dürfen gefällt mir, jeden Tag. Damit sie Zeit mit ihrer Familie verbringen können. Und mit dem was sie lieben, neben ihrem Job.

Gleich, wenn die Folge vorbei ist, werde ich mich zurücklehnen und wieder einkuscheln, das Wetter ist gerade wie geschaffen dafür und die Katzen und der Hund werden es lieben ausgiebig mit mir zu kuscheln, während ich in Snow Crystal versinke.

Ja, ich liebe es Hygge!!!