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Bourbon Sins von J.R. Ward



Bourbon Sins, J. R. Ward
Lyx, 534 Seiten

Klappentext

Nach dem Tod des Familienoberhaupts hängt die Bourbon-Dynastie der Bradfords am seidenen Faden. Der Patriarch hat nicht nur das Unternehmen hoch verschuldet hinterlassen, nun entpuppt sich sein vermeintlicher Selbstmord auch noch als Mord.
Unter Verdacht gerät der älteste Sohn Edward, den sein Vater um alles gebracht hat, was die Zukunft für ihn bereithielt. Während sein jüngerer Bruder Lane alles daran setzt, das Familienunternehmen zu retten, liegt das Schicksal der Bradford Bourbon Company nun ausgerechnet in den Händen ihrer größten Konkurrentin, der Frau, die Edward über alles liebt, aber unerreichbar für ihn scheint.

Meine Meinung

Auch der zweite Band der Bourbon Reihe wurde mir netterweise vom Bastei Lübbe Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen lieben Dank hierfür!

Nachdem ich am ersten Band der Reihe ja einige Kritikpunkte hatte, war ich jedoch trotzdem sehr gespannt, wie es mit der Familie Bradford, die doch arg vom Leben gebeutelt ist, weitergehen würde. Geld macht eben doch nicht immer glücklich, besonders dann nicht, wenn man es vom einen auf den anderen Tag verliert.
Diese Erfahrung machen besonders Lane und Gin, da Edward sich auf seinem Gestüt verschanzt und sein eigenes Leben zu leben scheint und Max schon seit Jahren nicht mehr zu Hause war.
Diesmal liegt ein größerer Fokus der Geschichte auf Edward, den es am härtesten der Geschwister getroffen hatte. Aus der schweren Geiselhaft freigekommen, ist er mittlerweile ein gebrochener Alkoholiker, der mit sich und seinem Leben abgeschlossen zu haben scheint. Alles wäre so Ausweglos, wären da nicht Shelby, die Tochter eines guten Freundes die mittlerweile bei ihm arbeitet und Sutton, seine große Liebe.
Aber natürlich kommt auch Lane nicht zu kurz, dem das schwere Los zugefallen ist, die Familie vor dem völligen Untergang zu retten.
Und auch aus Gin wird man als Leser nicht wirklich schlau, die alles zu tun bereit zu sein scheint, nur um ihren gesellschaftlichen Stand zu halten. Auch einen verhassten Mann zu heiraten, der sie misshandelt und sie in eine ungewisse Zukunft führt.

Auch diesmal erfährt man nur wenig von den Menschen an sich, was aufgrund der Fülle der handelnden Personen etwas nachvollziehbar scheint. Lediglich ihre aktuelle Situation wird beleuchtet, ihr Charakter im Hier und Jetzt. 
Und man fragt sich als Leser, was der Familie noch alles passieren soll, bis endlich mal wieder etwas Ruhe einkehrt. Man hat das Gefühl, dass Hiobsbotschaft auf Hiobsbotschaft folgt. Aber gerade das macht die Bourbon Trilogie letztendlich auch spannender als noch in Band 1, der etwas mehr vor sich hin plätscherte. Wird es Lane gelingen das Familienunternehmen zu retten? Hat Edward seinen Vater wirklich getötet? Und was muss Gin noch alles passieren bis ihr Mann Richard seine gerechte Strafe bekommt. Und was ist eigentlich mit Max? Letzterer taucht kurz auf, hat jedoch auch im zweiten Band noch keine entscheidende Rolle.

Ich habe bereits beim ersten Teil gesagt, dass mich die Bourbon Trilogie an Serien meiner Kindheit erinnert, nämlich Dallas und den Denver Clan :-) Dort passierte auch eine Familientragödie auf die nächste und nebenbei wurde sich geliebt und gestritten.
Wer also diese Serien mochte, der wird mit den Bradfords einen kleinen Flashback erleben können :-)
Was ich jedoch gar nicht nachvollziehen kann, jedoch von diversen Booktubern auf YouTube verbreitet wird ist die Einstufung der Geschichte als New Adult. Die Bourbon Trilogie ist sicher alles, aber kein New Adult, das ich, wie ihr wisst, auch sehr gerne als Genre lese.
J.R. Wards handelnde Personen sind alle bereits älter und vom Berufseinstieg und der Collegezeit weit entfernt (Gin ist 36, Edward noch älter). Und auch wenn es manchmal nicht so scheint, stehen sie mit beiden Beinen fest im Leben und haben schon einige Schicksalsschläge hinnehmen müssen.
Daher ist die Bourbon Reihe einen Familiengeschichte, ganz normaler Contemporary, was der Geschichte jedoch keinen Abbruch tut!!! J. R. Ward versteht es, ihre Leser in eine eigene kleine Welt zu entführen und findet immer eine gute Balance zwischen hart und weich. Die Geschehnisse werden nicht zu sehr beschönigt, jedoch auch nicht bis ins kleinste Detail ausgeführt, vor allem die Gewalt- und Sexszenen, wie es bei letzteren in den vielen Erotikromanen ja der Fall ist.

Gekonnte Familienunterhaltung die von mir diesmal 4,5 von 5 Sternen bekommt und mich schon gespannt auf den Dezember warten lässt.


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