Donnerstag, 19. Januar 2017

Grischa Trilogie von Leigh Bardugo

Meine Rezension der Trilogie bezieht sich auf die Hardcover Ausgabe vom Carlsen Verlag, wie auf dem Bild abgebildet.
Leider ist hier der dritte Band fast gar nicht mehr erhältlich und wenn, dann zu einem horrenden Preis. Im Taschenbuch sind bislang leider nur Band 1+2 erschienen, ich gehe jedoch davon aus, dass Band 3 nicht mehr wéwig auf sich warten läßt.

Die Trilogie besteht aus den folgenden 3 Bänden:

Grischa - Goldene Flammen
Grischa - Eisige Wellen
Grischa - Lodernde Schwingen


Klappentext von Band 1:

Alina ist eine einfache Kartografin in der Ersten Armee des Zaren. Unscheinbar und still lebt sie im Schatten ihres Kindheitsfreunds Maljen, dem erfolgreichen Fährtenleser und Frauenschwarm. Keiner darf wissen, dass sie heimlich in ihn verliebt ist, am allerwenigsten er selbst. Erst als sie ihm bei einem Überfall auf unerklärliche Weise das Leben rettet, ändert sich Alinas Dasein auf einen Schlag. Man munkelt, sie hätte übermenschliche Kräfte, und nicht zuletzt der Zar selbst wird nun auf sie aufmerksam 

Meine Meinung:

Alina und Maljen sind als Freunde in einem Waisenhaus groß geworden und verbringen nun zusammen ihr Leben in der Armee des Zaren, bis sie eine Fügung an dessen Hof bringt, an dem Alina den "Dunklen" kennenlernt, den Befehlshaber der Armee, einen mächtigen und für sie auch beeindruckenden Mann, der sie von Beginn an irgendwie anzieht. 
Schnell merkt sie jedoch, dass nicht alles so ist, wie er ihr darstellen möchte, als sie zur Soldatin ausgebildet wird.

Grischa könnte in Russland spielen. Anhand der Namen und der Tatsache, dass es einen Zaren gibt, wäre dies durchaus möglich. Doch schnell wird einem als Leser klar, dass es sich nicht um ein "normales" Land handelt, gibt es doch zum Beispiel ein Gebiet wie die "Schattenfuhr", ein erschaffener dunkler Ort, in dem zahlreiche Gefahren in Form von Monstern lauern, die man jedoch durchqueren muss, wenn man die andere Seite des geteilten Landes erreichen möchte.
Schnell merkt Alina, dass der Dunkle bemerkt hat, dass sie ein ganz besonderes Mädchen ist, in welchem unerkannte Kräfte schlummern. Und es gibt eine ganz besondere Geschichte des Landes, nämlich die, dass ein gewisser Mozerow 3 Tiere erschaffen hat, welche, wenn man sie fängt und tötet, demjenigen einen "Kräftemehrer" zukommen lassen. Ist man im Besitz aller drei Kräftemehrer, besitzt man eine erstaunliche Macht, wenn nicht vielleicht die Macht im Land.

Alina merkt jedoch schnell, dass der Dunkle nicht nur gute Absichten mit ihr hat und macht sich auf eigene Faust zusammen mit Maljen auf die Suche nach Mozerovs erschaffenen Legendentieren.

Startet der erste Band wirklich spannend, schafft Leigh Bardugo in Band 2 und 3 es leider nur noch streckenweise, mich zu fesseln. 
Ihr Schreibstil liest sich flüssig, doch einmal zu oft ergeht sie sich in für mich sinnlose Beschreibungen, die die Geschichte teils künstlich in die Länge ziehen. Natürlich machen dies einige Autoren, aber hier ist es mir besonders aufgefallen, da leider auch die spannenden Stellen nicht wirklich an Fahrt aufnehmen. Hier wird teilweise über 100 Seiten auf eine Begebenheit hingesteuert, die dann klatsch-klatsch in 5-10 Seiten abgehandelt wird. Das hat teilweise sehr genervt und meinen Lesegenuss getrübt.
Und ein Lesegenuss war es grundsätzlich ja schon.
Alina mochte ich, auch wenn sie es zum Ende der Story hin immer mehr und mehr schafft, ein wenig zu verblassen. Sie ist definitiv keine Hau-Drauf-Heldin, macht sich phasenweise jedoch auch viel zu viele Gedanken um garnichts. Und auch ihr Gefühls-hin-und-her mit Maljen, nervt manchmal.
Maljen selber blieb mir immer fremd. Angeblich sollte er der Frauenschwarm sein und es ist auch oft die Rede von seiner starken Schulter, ich habe ihn mir jedoch von Anfang an mehr als pickeligen Jüngling vorgestellt denn als tapferen Soldaten mit Heldenpotential.
Auch die Beziehung zu Alina bleibt eher schwammig denn Leidenschaftlich.
Ganz anders der Dunkle. Dieser ist von der Beschreibung her ein ganzer Kerl und ich war mir im Laufe der drei Bände nie ganz sicher, ob er wirklich so böse ist, böse gemacht wurde oder ob auch gute Seiten in ihm schlummern, die einfach nur geweckt werden wollen. Da ging es mir wie Alina, die auch immer irgendwo versucht, doch etwas Gutes in dem Dunklen zu sehen.
Vielleicht hätte ich mir auch nur einen anderen Verlauf der Geschichte gewünscht. Das mag sein :-)

Insgesamt erschafft Leigh Bardugo eine interessante Fantasy Welt mit sympathischen Charaktären, auch zum Bespiel den Piraten Stormhond, den wir in Band 2 kennenlernen und der für die spätere Geschichte eine Bedeutung haben wird, oder auch den Nerd David, einen Bastler und Tüftler etc.
Leider schafft sie es nur nicht, ausreichend für Spannung zu sorgen und Spannungsbögen zu ziehen, die mich an den Nägeln kauen lassen :-) Die Geschichte ist gut erzählt und man möchte als Leser auch immer wissen wie es weitergeht, rasant und mitreißend ist jedoch anders! Ein bißchen mehr Pep hätte der Story sehr gut getan sowie auch ein heldenhafterer Maljen, den ich wie gesagt durchweg sehr blass fand.

Nach einem tollen ersten Band, der so leider nicht fortgesetzt werden konnte, aber immer noch gut zu lesen ist, vergebe ich insgesamt

3,5 von 5 Sternen

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